Wappen von BrixenBrixen (italienisch Bressanone, ladinisch Persenon oder Porsenù, lateinisch Brixina, bis 1919 offiziell Brixen am Eisack) ist eine Stadt und Gemeinde im Südtiroler Eisacktal in Italien. Brixen ist eine der ältesten Städte Tirols, der Hauptort des Eisacktales und mit 20.689 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2010) die drittgrößte Stadt Südtirols. Sie ist Sitz der Bezirksgemeinschaft Eisacktal.

Geografie

Brixen liegt etwa 40 Kilometer nördlich von Bozen und 45 Kilometer südlich des Brennerpasses am Zusammenfluss von Eisack und Rienz. Der Hausberg von Brixen ist die Plose.

Klima

Laut dem dreißigjährigen Temperaturdurchschnitt (1951-2010) beträgt die Durchschnittstemperatur des kältesten Monats Jänner in Brixen -2,0 °C; jene des heißesten Monats Juli +19,2 °C.[1]

Die durchschnittliche Niederschlag beträgt 700 mm, welche sich auf ca. 85 Tage verteilen, wobei der Winter gewöhnlich die Jahreszeit mit den niedrigsten Niederschlagsmengen ist. Diese äußern sich dann meist in Form von Schnee. Die höchste Niederschlagsmenge wird im Sommer gemessen, wobei hier auch die Gewitterhäufigkeit aufgrund des Aufeinandertreffens verschiedener Luftmassen, begünstigt durch die Nähe zum Alpenhauptkamm am größten ist.[2]

Brixen gehört zur Klimazone F. [3][2]

Geschichte

Im Brixner Talkessel wurden verschiedene prähistorische Siedlungen nachgewiesen. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Brixen 901 n. Chr. als Meierhof Prihsna in einer Schenkungsurkunde des Karolingers Ludwig IV. an Bischof Zacharias von Säben. Jahrhundertelang war Brixen ein weit über die Tiroler Landesgrenzen hinaus einflussreicher Sitz von Fürstbischöfen, die von 1027 bis 1803 deutsche Reichsfürsten waren. Kirchengeschichtlich bedeutsam wurden Bischof Poppo, der 1048 zum Papst gewählt wurde (Damasus II.), Nikolaus von Kues (1450–1464), genannt Cusanus, und Georg Golser (1464–1488). Heute teilt sich Brixen den Bischofssitz mit der Landeshauptstadt Bozen (Diözese Bozen-Brixen).

Politik

Brixens Gemeinderat besteht aus 30 Mitgliedern. Ihm sitzt seit 2010 Thomas Schraffl vor. Brixen wird seit Mai 2010 aus einer Koalition von Südtiroler Volkspartei (SVP), Grüner Bürgerliste (GBL) und Partito Democratico (PD) regiert.

Stadtviertel

Altstadt

In der historischen Altstadt befinden sich der Brixner Dom und der angrenzende Kreuzgang, die Hofburg (der ehemaligen Fürstbischöfe), das Priesterseminar, die beiden Laubengassen, das Mutterhaus der Brixner Tertiarschwestern, das Klarissenkloster, das Kapuzinerkloster und die Pfarrkirche.

Stufels

Stufels ist der ursprüngliche Kern von Brixen. Hier haben sich schon vor Jahrtausenden die ersten Menschen niedergelassen. Bei Ausgrabungen wurden immer wieder steinzeitliche Gefäße und Werkzeuge gefunden. Die meisten Häuser in Stufels sind aufgrund ihres Alters und ihrer architektonischen Eigenheiten – ebenso wie die mittelalterliche Altstadt – denkmalgeschützt.

Burgfrieden

Der Stadtteil Burgfrieden erstreckt sich über die gesamte westliche Hangseite der Stadt. Im 16. Jhdt. wurden von vielen Brixner Bürgern dort Villen zur Sommerfrische errichtet. In den 1960er Jahren wurden am Hang des Oberraggengerhofes, nach den Plänen des großen Brixner Architekten Othmar Barth, das Südtiroler Kinderdorf errichtet.

Kranebitt

Der Stadtteil Kranebitt erstreckt sich über die gesamte westliche Hangseite östlich des Eisacks. Schon im 19. Jhdt. waren die sonnigen Hänge mit ihren Weingärten bekannt für das milde Klima.

Milland

Milland liegt im Südosten des Stadtzentrums an der Straße nach St. Andrä.

Zinggen und Rosslauf

Nördlich der Altstadt befinden sich die einzigen höheren Wohnblöcke (mehr als zehn Etagen) der Stadt. Die Anzahl der Einwohner beträgt etwa 5000. Seit Juli 2008 ist der Stadtteil durch eine Fußgänger- und Fahrradunterführung mit der Innenstadt verbunden.

Wirtschaft

Die 1908 Arbeitsstätten der Stadt (inkl. öffentlicher Dienst und NPOs) beschäftigten per 22. Oktober 2001 10453 Personen. Ein Unternehmen beschäftigte über 250 Mitarbeiter, elf weitere je über 100. Brixen ist somit nach Arbeitsstättenanzahl nach Bozen der zweitgrößte Wirtschaftsstandort Südtirols. Nach der Anzahl der Beschäftigten war es 2001 aber nur der drittgrößte Standort Südtirols, da in Bruneck zum Stichtag 239 Personen mehr beschäftigt waren. Die Stadtwerke Brixen AG ist für Elektrizitätsversorgung, Trinkwasser, Abwasser, Fernwärme, Methangas, Lichtwellenleiter, Umweltdienste und für das Geoinformationssystem im Bereich Brixen und Umgebung zuständig. Das Verlagshaus A. Weger wurde als „Fürstbischöfliche Hofbuchdruckerei“ 1555 erstmals erwähnt und ist heute noch im Besitz einer hölzernen Druckerpresse aus jener Zeit. In der Industriezone Brixens sind vor allem Betriebe für Baumaterialien angesiedelt. Die dort befindliche Firma Durst AG vertreibt ihre fototechnischen Produkte weltweit. Die erste Druckerei und der ehemalige Rechtssitz der Athesia sind seit 2004 in Bozen angesiedelt. Jenseits der Kommunalgrenze im Gewerbegebiet Vahrn befindet sich der Brixner Milchhof (Brimi). Das Tagungs- und Kongresszentrum Forum Brixen umfasst auf 2.000 m² sechs Säle, zwei Foyers, eine Küche und eine Bar.

Bildung

In Brixen gibt es folgende Ober- und Berufsschulen: das Realgymnasium Jakob Philipp Fallmerayer, das Klassische Gymnasium „Vinzentinum“, das Sozialwissenschaftliche Gymnasium „Josef Gasser“, die Fachoberschule für Wirtschaft, die Fachoberschule für den technologischen Bereich (Fachrichtung Grafik und Kommunikation), die Oberschule für Soziale Dienste, die Landesberufsschule für das Gast- und Nahrungsmittelgewerbe „Emma Hellenstainer“ und die Landesberufsschule für Handel, Handwerk und Industrie „Christian Josef Tschuggmall“. Die 1607 als Priesterseminar Brixen gegründete Philosophisch-Theologische Hochschule Brixen ist die älteste universitäre Einrichtung des historischen Tirol. Die Universität Padua unterhält in Brixen eine Außenstelle mit Studentenheim. Als Außensitz der Freien Universität Bozen (FUB) ist Brixen seit 2001 Universitätsstadt.

Kultur

In der Hofburg, dem früheren Sitz des Bischofs des Bistums Brixen, ist des Diözesanmuseum mit einer Krippenausstellung untergebracht. Außerdem ist Brixen das Pharmaziemuseum Brixen angesiedelt. Die Initiative Musik und Kirche organisiert, Konzerte und Symposien rund um Kunst, Musik und Kirche. Im Forum Brixen finden Veranstaltungen aller Art statt, darunter auch Projektionen des Filmclubs (Bozen), das Stella-Kino bietet aktuelle Mainstreamfilme. Der Anreiterkeller wird als Kellertheater benutzt, die Gruppe Dekadenz bietet dort neben Kabarett auch andere Kleinkunstformen an, außerdem finden im Anreiterkeller Gastspiele und Konzerte statt. Kirchliche Konzerte finden häufig im Dom oder in der Kirche des Priesterseminars statt.

Die Musikgruppen Frei.Wild und Unantastbar stammen aus Brixen.

Sport

Die als schwarze Piste markierte Trametsch-Abfahrt im Skigebiet Plose ist die längste Abfahrt Südtirols. Der Brixner Sportverein (SSV Brixen) ist besonders in den Sektionen Handball, Fußball, Turnen, Yoseikan Budo, Schwimmen und Leichtathletik erfolgreich. Der seit seinem Aufstieg in die Profiliga in Bozen spielende FC Südtirol, Südtirols einzige Profi-Fußballmannschaft, wurde in Brixen gegründet. Im November 2002 wurde an der Stelle des alten Brixner Freibads das kombinierte Frei- und Hallenbad mit Restaurant, Sauna- und Fitnessbereich Acquarena eröffnet. 2009 war Brixen der Austragungsort der sechsten Leichtathletik-Jugendweltmeisterschaft der IAAF.[4] 2010 fand erstmals der Brixen-Marathon statt, der vom Domplatz auf den Gipfel der Plose führt.[5] Bis 2010 fand das 1961 als Brixner Bergturnfest gegründete internationale Südtiroler Bergturnfest in Brixen statt. Seit 2005 findet jedes Jahr das Caidom, ein vom Gipfel zum Domplatz führendes Massenstart-Downhill-Mountainbike-Rennen, statt. 2010 wurde in Brixen das Finale des ersten Gibbon Slackline Contests ausgetragen, womit auch der erste Gesamtweltcup im Slackline endete.[6] Bei den Fußballmeisterschaften der Oberschulen von 20. bis 25. September 2010 in Riccione gewann die Frauenfußballmannschaft der Handelsoberschule Brixen den Italientitel. Der International Mountain Summit in Brixen ist ein Treffen von Bergsteigern. 2012 wurden die 16. Einrad-Weltmeisterschaften die Unicon16 in Brixen ausgetragen.

Besonderheiten

Der dreikopfige Mann

In Brixens Altstadt befindet sich an der Kreuzung zwischen Säbenertorgasse, den Kleinen Lauben und den Großen Lauben der „dreikopfete Mann“; seine drei Köpfe sind den jeweiligen Gassen entgegen gedreht. Der Sage nach spuckt dieser, am Karfreitag, wenn es zwölf Uhr läutet mit allen drei Köpfen Geldstücke aus.

 

Brixen
(ital.: Bressanone, lad.: Porsenù (gad.), Persenon (gröd.))
Bezirksgemeinschaft Eisacktal
Provinz: Bozen (Südtirol)
Region: Trentino-Südtirol
Staat: Italien
Einwohner (VZ 2011/31.12.2010): 20.713/20.689
Sprachgruppen
laut Volkszählung 2011:
72,82 % deutsch
25,84 % italienisch
1,34 % ladinisch
Koordinaten 46° 43′ N, 11° 39′ OKoordinaten: 46° 43′ N, 11° 39′ O (Karte)
Meereshöhe: 538 – 2.576 m s.l.m. (Zentrum: 559 m s.l.m.)
Fläche/Dauer-
siedlungsraum:
84,87/22,3 km²
Fraktionen: Afers, Albeins, Elvas, Gereuth, Karnol, Klerant, Kranebitt, Mahr, Mairdorf, Melaun, Pairdorf, Pinzagen, Plabach, Rutzenberg, Sarns, St. Andrä, St. Leonhard, Tils, Tötschling, Tschötsch, Untereben
Nachbargemeinden: Feldthurns, Lüsen, Natz-Schabs, St. Martin in Thurn, Vahrn, Villnöss
Partnerschaft mit: Regensburg (DE), Bled/Veldes (SI), Havlíčkův Brod/ Deutschbrod (CZ)
Postleitzahl: 39042
Vorwahl: 0472
ISTAT-Nummer: 021011
Steuernummer: 00188450217
Politik
Bürgermeister (2010): Albert Pürgstaller (SVP)

Der Text ist unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar. 
Nutzungsbedingungen
Copyright: Wikipedia® Link zum Artikel