Wappen von KlausenKlausen (italienisch Chiusa) ist eine Stadt mit 5132 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2010) im mittleren Eisacktal in Südtirol, in Italien.

Geografie

Klausen liegt etwa zehn Kilometer südlich von Brixen. Das Gemeindegebiet umfasst neben der Stadt selbst den westlichen Talhang mit den Dörfern Verdings und Latzfons, sowie auf der östlichen Seite im vorderen Teil des Villnösstales die Ortschaft Gufidaun.

Geschichte

Der Klausen überragende Säbener Felsen war schon in vorchristlicher Zeit ein bedeutender Siedlungsplatz. Hier finden sich Gräber sowohl aus rätischer, als auch germanischer Zeit. Zwischen 800 und etwa 1000 war Säben ein bedeutender Bischofssitz, bevor dieser nach Brixen verlegt wird. Zahlreiche archäologische Funde auf Kloster Säben bestätigen das.

Urkundlich wird Klausen erstmals 1027 erwähnt als “chiusa sub Sabione sita”. Bei der Urkunde handelt es sich um die Schenkung des Inntals und des Eisacktals durch Konrad II. an den Brixner Bischof Hartwig. Im 13. Jahrhundert erhielt Klausen das Marktrecht und 1308 wurde der Markt zur Stadt erhoben.

Bis 1960 war Klausen Ausgangspunkt für die Grödnerbahn. Am heutigen Bahnhofsgelände ist das aufgelassene Kehrviadukt noch zu sehen. Klausen gilt als „Törggelehauptstadt“.

Ab dem 15. Jahrhundert war Klausen Sitz eines Berggerichtes, nachdem bei Villanders Erz abgebaut wurde.

Sehenswürdigkeiten

  • Kloster Säben: eine besondere Sehenswürdigkeit ist ‘Kloster Säben’, einer der ältesten Wallfahrtsorte und erster Bischofssitz Tirols.
  • Pfarrkirche mit Bildern von Josef Schöpf und Grablegung in Holz geschnitzt von Hans Reichle.

Persönlichkeiten

Personen mit Beziehung zur Stadt:

  • Albrecht Dürer (1471–1528) weilte bei seiner Italienreise 1494 in Klausen und skizzierte den Ort. Diese Skizze verarbeitete er später in seinem Kupferstich „Nemesis“. Nach neueren Forschungen reiste Dürer erst um 1496 nach Italien (Dürer-Forschungen im Germanischen Nationalmuseum).
  • Jörg Blaurock (1492–1529), führende Persönlichkeit des frühen Täufertums, wurde am 6. September 1529 wegen seiner Überzeugungen bei lebendigem Leib als Ketzer in Klausen verbrannt.

Söhne und Töchter der Stadt

  • Christian Pontifeser (1653–1706), Beichtvater der spanischen Königin Maria Anna von der Pfalz (1667–1740). An der Stelle seines Geburtshauses wurde zwischen 1703 und 1704 eine Loretokapelle errichtet.
  • Franz Junger (1882–1934), Schriftsteller.
Klausen
(ital.: Chiusa)
Bezirksgemeinschaft Eisacktal
Provinz: Bozen (Südtirol)
Region: Trentino-Südtirol
Staat: Italien
Einwohner (VZ 2011/31.12.2010): 5.148/5.132
Sprachgruppen
laut Volkszählung 2011:
91,30 % deutsch
7,88 % italienisch
0,81 % ladinisch
Koordinaten 46° 38′ N, 11° 34′ OKoordinaten: 46° 38′ N, 11° 34′ O (Karte)
Meereshöhe: 512 – 2.581 m s.l.m. (Zentrum: 523 m s.l.m.)
Fläche/Dauer-
siedlungsraum:
51,4/8,9 km²
Fraktionen: Gufidaun, Klausen, Latzfons, Verdings
Nachbargemeinden: Feldthurns, Lajen, Sarntal, Vahrn, Villanders, Villnöss
Postleitzahl: 39043
Vorwahl: 0472
ISTAT-Nummer: 021022
Steuernummer: 80006630216
Politik
Bürgermeister (2010): Maria-Anna Gasser Fink (SVP)

Der Text ist unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar. 
Nutzungsbedingungen
Copyright: Wikipedia® Link zum Artikel