Wappen von LatschDie Marktgemeinde Latsch (ital. Laces) mit 5144 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2010) liegt im mittleren Vinschgau in Südtirol.

Allgemeine Informationen

Das Dorf wird von der Etsch durchflossen. Südlich des Ortes erheben sich die Ortler-Alpen, nördlich die Ötztaler Alpen. Der Nationalpark Stilfser Joch befindet sich zu einem Teil auf dem Gemeindegebiet, die Stadt Meran liegt 25 km entfernt.

Höchster Punkt ist mit 3257 m das Hasenöhrl, das teilweise vergletschert ist.

Bedingt durch seine inneralpine Lage zwischen zwei hohen Gebirgsketten fällt in Latsch wenig Niederschlag, es sind in etwa 500 mm pro Jahr (zum Vergleich Innsbruck: 900 mm), aber in puncto Sonnenausbeute zählt Latsch alpenweit zu den am meisten beschienenen Orten.

Der Hauptort befindet sich zur Gänze im Talboden, ebenso die Fraktionen Goldrain und Morter, die Fraktion Tarsch hingegen breitet sich auf einem Murkegel etwas oberhalb des Ortes aus. Höchster Siedlungspunkt ist die Fraktion St. Martin im Kofel auf einer Höhe von 1740 m, die über die Seilbahn St. Martin zu erreichen ist.

Hauptwirtschaftsfaktor ist neben dem Obstbau der Tourismus mit über 55.000 Gästeankünften.

Sehenswürdigkeiten

In Latsch befinden sich mehrere historische Burganlagen, so die Burgruinen Obermontani und Untermontani im Ortsteil Morter, Schloss Annenberg über dem Weiler Tiss oder die Burg Latsch im Ortskern. Besonders sehenswert sind der Flügelaltar von Jörg Lederer in der Spitalkirche und die Burgkapelle St. Stefan in der Fraktion Morter, die wegen ihrer Wandbemalungen den Beinamen Sixtinische Kapelle Südtirols trägt und zu den sehenswertesten Kapellen des Landes zählt.

Sehenswert ist auch die oberhalb der Fraktion Tarsch auf 950 m Seehöhe über einem früheren Quellheiligtum erbaute romanische St. Medardus-Kirche (11. od. 12 Jh.) mit Rundbogenfriesen und gekuppelten Rundbogenfenstern am Turm und Wandgemälden im Inneren aus dem 13. bis 15 Jh. (u. a. Kreuzigungsgruppe, Mäanderband, Rankenornament, diverse figurale Szenen). Die Kirche gehörte zu einem nicht mehr erhaltenen Pilgerhospiz am Übergang nach Ulten.

Das Schloss Goldrain ist Bildungs- und Kulturzentrum des gesamten Tales. Es erhielt seine heutige Gestalt in mehreren Bauabschnitten ab ca. 1475; Erbauer war die Engadiner Adelsfamilie Scheck v. Ardez (Scheck v. Goldrain). Durch Erbgang ging das Schloss an die aus Nordtirol stammenden späteren Grafen Hendl, welche es weiter ausbauten. Sehenswert sind vor allem die rechteckige Umfassungsmauer, diverse Portale und Freitreppen sowie die Loggiengalerie. Alle wesentlichen Werkstücke sind aus weißem Marmor hergestellt.

Erwähnenswert ist auch der etwa 5000 Jahre alte Statuenmenhir von Latsch, der 1992 in der Bichlkirche nahe dem Ortseingang gefunden wurde.

Skigebiet

Das Skigebiet Latsch-Tarscheralm – Mitglied der Ortler Skiarena – erstreckt sich von der Talstation in 1.250 m bis auf 2.250 m am Nördersberg, hat zwei Aufstiegsanlagen und insgesamt 11 km Alpin-Pisten zu bieten, ebenso eine Naturrodelbahn.

Politische Situation

Der Gemeinderat setzt sich seit den Wahlen im Mai 2010 aus 17 Räten der Südtiroler Volkspartei sowie aus drei der Die Freiheitlichen zusammen.

Partnerschaften

Latsch unterhält seit 1957 mit Calw eine Partnerschaft.

Sport

Latsch ist ein Austragungsort im Naturbahnrodel-Weltcup und war auch Ausrichter der Naturbahnrodel-Weltmeisterschaft 2005

 

Latsch
(ital.: Laces)
Bezirksgemeinschaft Vinschgau
Provinz: Bozen (Südtirol)
Region: Trentino-Südtirol
Staat: Italien
Einwohner (VZ 2011/31.12.2010): 5.127/5.144
Sprachgruppen
laut Volkszählung 2011:
97,99 % deutsch
1,97 % italienisch
0,04 % ladinisch
Koordinaten 46° 37′ N, 10° 52′ OKoordinaten: 46° 37′ N, 10° 52′ O (Karte)
Meereshöhe: 620 – 3.257 m s.l.m. (Zentrum: 639 m s.l.m.)
Fläche/Dauer-
siedlungsraum:
78,8/15,1 km²
Fraktionen: Latsch mit St. Martin im Kofel, Goldrain, Morter, Tarsch
Nachbargemeinden: Kastelbell-Tschars, Martell, Schlanders, Schnals, Ulten
Partnerschaft mit: Calw
Postleitzahl: 39021
Vorwahl: 0473
ISTAT-Nummer: 021037
Steuernummer: 00396990210
Politik
Bürgermeister (2010): Karl Weiss

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